In einer Zeit, die von geopolitischen Unsicherheiten, langjährigen Konflikten und zunehmendem Druck auf liberale demokratische Standards geprägt ist, sind die Diaspora und translokale Gruppen zu wichtigen Akteuren in der Friedensförderung und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geworden. Diese sich wandelnde globale Landschaft unterstreicht die Notwendigkeit, Friedensbildung über die formelle Diplomatie hinaus zu betrachten und die Aufmerksamkeit auf die informellen, affektiven und translokalen Infrastrukturen zu lenken, die von gewöhnlichen Menschen, mobilen Gemeinschaften und Akteuren der Diaspora in verschiedenen Regionen aufgebaut werden.
Dieser Workshop untersucht die Mechanismen, durch die solche Gemeinschaften als agile, anpassungsfähige Friedensinfrastrukturen fungieren, durch die Pilgerwege, pastorale Migrationswege und Netzwerke der Erinnerung von Migranten zu Versöhnungsplattformen in Südasien, Westafrika und Europa werden. Durch die Zusammenführung von Fällen aus dem globalen Süden und dem globalen Norden zeigt der Workshop, wie Friedensvorstellungen und Mobilitätspraktiken transregional zirkulieren und neue Formen der vernetzten Governance und Solidarität hervorbringen. Der Workshop untersucht den Ansatz der „Identitäten in Bewegung” als Rahmen für die Neukalibrierung von Grenzen, die Förderung eines konstruktiven Dialogs und die Ermöglichung vergleichender Analysen durch inklusive Friedensstrategien. Dazu werden Fälle wie der Kartarpur-Korridor mit seiner ausgeprägten translokalen Resonanz, die Mobilitätssysteme der Fulani im Tschadsee-Becken, türkisch-deutsche Integrationswege und die Siedlungsprozesse der syrischen Diaspora untersucht.