AIA NRW, Katja Velmans
Klimagerechtigkeit und Finanzierung in Afrika
Dieses Projekt untersucht strukturelle Ungleichheiten in der globalen Klimafinanzierung und wie sich die nicht eingehaltenen Verpflichtungen der Industrieländer auf das Vertrauen und die Zusammenarbeit mit Subsahara-Afrika auswirken. Anhand von Politikanalysen, Fallstudien und Interviews mit Interessengruppen wird untersucht, wie Klimafinanzierungssysteme umgestaltet werden können, um Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und eine stärkere Beteiligung Afrikas an der globalen Klimapolitik zu fördern.
Struktureller Wandel im Zeitalter von Digitalisierung und KI: Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und die Politik der Inklusion
Digitalisierung und KI verändern die globalen Arbeitsmärkte grundlegend. Während die makroökonomischen Auswirkungen gut dokumentiert sind, ist die Rolle subnationaler Akteure – Stadtverwaltungen, Regionalregierungen und andere – bei der Bewältigung dieser Veränderungen bislang kaum erforscht. Dieses Projekt untersucht, wie Digitalisierung und KI die Arbeitsstrukturen beeinflussen, und bewertet subnationale politische Maßnahmen zur Abmilderung von Verdrängungseffekten und zur Förderung von Inklusion durch adaptive Qualifizierungsmaßnahmen und lokalisierte Initiativen.
Großmachtpolitik und Demokratisierung im Südkaukasus
Der Aufstieg globaler autoritärer Mächte wie China, Russland und Iran hat die unipolare Weltordnung verändert und die Bemühungen zur weltweiten Förderung der Demokratie untergraben. Diese Forschungsarbeit befasst sich damit, wie sich kleine Staaten an solche tiefgreifenden Veränderungen anpassen, und untersucht, welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die Regimeentwicklung haben. Inwieweit bestimmen Wirtschafts- und Energiewege Konflikte und deren Dynamik? Darüber hinaus wird untersucht, wie der Südkaukasus zur wirtschaftlichen und politischen Sicherheit der Europäischen Union beitragen kann. Diese Forschungsfragen werden mithilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes untersucht.
Schuldentragfähigkeit versus gute Regierungsführung
Meine Forschung befasst sich im Wesentlichen mit den miteinander verknüpften Krisen der Staatsverschuldung, der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen und der Notwendigkeit von finanzpolitischem Spielraum, um kritische Herausforderungen des Strukturwandels zu bewältigen, darunter die Klimakrise, Investitionen in lebenswichtige soziale Dienstleistungen und Entwicklungsinfrastruktur.
Energiesicherheit in der EU und strukturelle Veränderungen: Grönland und Schweden – kritische Rohstoffe
Die Maßnahmen der EU zur Bekämpfung der existenziellen Bedrohung durch den Klimawandel, zur Beschleunigung der Energiewende und zur Gewährleistung der Energiesicherheit stoßen unter Umständen auf heftigen Widerstand, der sich in den Begriffen „Not in my backyard“ oder „grüner Kolonialismus“ widerspiegelt. Dieses Projekt untersucht die politischen Auswirkungen dieser wichtigen politischen Maßnahmen. Anhand eines Vergleichs zwischen Schweden und Grönland wird untersucht, unter welchen Bedingungen die Umsetzung von EU-Maßnahmen Akzeptanz findet oder mit Widerstand und politischen Veränderungen einhergeht.
Jenseits der Entfremdung von den Ozeanen: Eine Neugestaltung der globalen Meerespolitik
Das vergangene Jahrzehnt war geprägt von einer historischen Neubewertung der Ozeane. Wie kann sich die globale Meerespolitik an die beispiellose Industrialisierung der Meere, die Klimakrise und die institutionelle Zersplitterung anpassen und gleichzeitig konkurrierende Prioritäten in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Umwelt berücksichtigen?
Regulierung von KI und Umwelt
Dieses Projekt befasst sich mit der dringenden Herausforderung, die globale KI-Regulierung mit den Zielen der ökologischen Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Angesichts der rasanten Verbreitung von KI-Technologien gibt deren ökologischer Fußabdruck Anlass zur Sorge. Dennoch sind die derzeitigen globalen Regulierungssysteme für KI und Umwelt nach wie vor fragmentiert. Dieses Projekt untersucht gangbare Wege für ein institutionelles Zusammenspiel zwischen KI-Regulierungsrahmen und internationalen Umweltregelwerken.
Wettbewerb um die Zukunft
Die technologische Rivalität zwischen den USA und China verändert die globale politische Ökonomie und die liberale Weltordnung. Dieses Projekt untersucht, wie Brasilien und Deutschland auf diesen Strukturwandel reagieren. Während Brasilien eine Neo-Industrialisierung anstrebt, um eine Rückverlagerung auf den Rohstoffsektor zu vermeiden, steht Deutschland innerhalb der EU vor Dilemmata hinsichtlich der strategischen Autonomie. Die Forschung untersucht, wie regionale Mächte unter zunehmenden geopolitischen Zwängen technologische Widerstandsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit anstreben.
Ethische Technologiediplomatie in den deutsch-afrikanischen Beziehungen
Da künstliche Intelligenz (KI) zunehmend zum Eckpfeiler der globalen Entwicklung wird, muss dem ethischen Rahmen für ihren Einsatz – insbesondere auf Kontinenten mit einer sich erst entwickelnden technologischen Infrastruktur wie Afrika – dringend Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dieses Projekt zielt darauf ab, Deutschlands Führungsrolle bei der Förderung ethischer KI-Standards in Afrika zu untersuchen und dieses Bestreben in ein umfassenderes Modell der ethischen Technologiediplomatie einzuordnen.
Die Politik der „Erklärung über das Recht auf Entwicklung“
Mein Projekt untersucht die politischen und politökonomischen Implikationen eines zentralen internationalen Rahmens für Entwicklung und Menschenrechte: der Erklärung der Vereinten Nationen über das Recht auf Entwicklung (RtD) von 1986. In jüngerer Zeit wurde das Recht auf Entwicklung an die Agenda der Vereinten Nationen für die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) bis 2030 angepasst, die als zentraler Pfeiler für die „Umsetzung“ des Rechts auf Entwicklung konzipiert wurde. Ich untersuche das Recht auf Entwicklung im Zusammenhang mit (globaler) struktureller Ungerechtigkeit.
Externe Entwicklungspartner und regionale Integration in Subsahara-Afrika: Eine Fallstudie zu den interregionalen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Afrikanischen Union
Dieses Forschungsprojekt analysiert die Dynamik der interregionalen Beziehungen zwischen der EU und der AU mit dem Ziel, die Chancen und Herausforderungen dieser Partnerschaft aufzuzeigen. Es untersucht, wie externe Entwicklungspartner zur Förderung der regionalen Integration in Afrika beitragen können, wobei gleichzeitig die Bedeutung der Eigenverantwortung und Führungsrolle Afrikas bei der Gestaltung des Entwicklungspfads des Kontinents berücksichtigt wird.
Geopolitische Neuorientierungen in Zentralasien
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben sich die zentralasiatischen Staaten weitgehend an Russland orientiert und es als Bezugspunkt in der Außen- und Innenpolitik betrachtet. Russland wurde sogar der Status eines „strategischen Partners“ zuerkannt. Dies änderte sich schlagartig mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022, was zentralasiatische Entscheidungsträger, Unternehmen und die Zivilgesellschaft dazu veranlasste, sich nach neuen, verlässlicheren Partnern in Asien, Europa und dem Nahen Osten umzusehen. Unter dem Blickwinkel der kritischen Geopolitik analysiert mein Projekt die neuen „strategischen“ Partnerschaften, die in der Region entstehen. Es untersucht die Akteure und Rationalitäten der laufenden geopolitischen Neuausrichtung sowie die formellen und informellen Praktiken, die diesen Prozess kennzeichnen.