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Fellow Kolloquium

Subnationale Soft Power: Politik, Strategie und Messung

Stuart MacDonald nutzte das Colloquium, um eine generelle Bilanz seines Projekts mit dem Thema „Sub-national Soft Power: Policy, Strategy, and Measurement“ zu ziehen. Sein Ausgangspunkt war die Überlegung, ob sich das von ihm in anderem Kontext für die nationale Ebene entwickelte Analysemodell Soft Power (Assets–Infrastructure–Outcomes, AIO) auch auf Regionen und Städte übertragen lässt. Er stieg ein mit dem Statement, dass es wenig fruchtbar sei, lange darüber zu sinnieren, wie man soft power theoretisch definieren kann, sondern dass soft power etwas sei, dass man aktiv betreiben und tun sollte.

Er blickte zurück auf die Workshops an der Akademie, in Düsseldorf und in Brüssel. Städte und Regionen könnten nicht isoliert betrachtet werden, sondern seien Teil einer mehrstufigen Governance-Struktur zwischen lokalen, nationalen und internationalen Ebenen. Nach wie vor hält er es für ausgesprochen schwierig, die Wirkung von Soft Power auf regionaler oder städtischer Ebene zu messen, weil Daten fehlen und die Wirkungszusammenhänge sehr komplex sind. Obwohl Regionen politisch zunehmend als Akteure anerkannt werden, funktioniert die praktische Zusammenarbeit in der europäischen Außen- und Kulturpolitik nach wie vor nicht reibungslos. Zudem sieht er eine Kluft zwischen Praxis und Forschung: Akademische Modelle und praktische Politikbedürfnisse passen aus seiner Sicht oft nicht gut zusammen.

Stuart führte weiterhin aus, dass Regionen aus seiner Sicht keine klassische „Soft Power“, sondern eine andere Form internationaler Zusammenarbeit (netzwerkorientiert, themenspezifisch) betreiben. Das Evidenz- bzw. Wirkungsproblem bei subnationaler Diplomatie ist nicht nur methodisch, sondern auch politisch, weil Regionen oft erst ihre Rolle rechtfertigen müssen. Hieran schloss sich offene Diskussion mit den Fellows über die internationale Rolle von Regionen und Städten an.