Die Arktis bleibt von den tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, die die Weltordnung prägen, nicht verschont: dem Rückgang des Multilateralismus, der Aushöhlung des Völkerrechts, dem territorialen Expansionismus und der „Securitization“ strategischer Ressourcen. Drei Bereiche sind von diesen Veränderungen besonders betroffen: die Verteidigung, kritische Rohstoffe und der Umweltsektor. Tatsächlich verändert der „grönländische Moment“ die Sicherheitsdynamik in der Arktis und stellt die transatlantischen Beziehungen auf beispiellose Weise auf die Probe. Darüber hinaus stellt der für die grüne Wende und strategische Zwecke erforderliche Zugang zu kritischen Rohstoffen die Stärke der internationalen Zusammenarbeit und die Umsetzung öffentlicher Politik auf die Probe. Schließlich werfen die zunehmenden Spannungen in der Arktis Fragen darüber auf, inwieweit die Priorisierung von Sicherheits- und strategischen Agenden Kooperationsprozesse im Zusammenhang mit Umweltschutz und nachhaltigem Wachstum beeinträchtigt.
Dieser Workshop untersucht, wie strukturelle Veränderungen in der Arktis Themenzusammenhänge neu gestalten, wie beispielsweise die Kommodifizierung der Verteidigung, die grüne Sekuritisierung und die selektive (De-)Sekuritisierung von Umweltfragen. Die Diskussionen werden in drei Podiumsrunden organisiert, die darauf abzielen, die Herausforderungen zu identifizieren, die diese Dynamiken für die internationalen Beziehungen und die Governance darstellen.