Im AIA Kolloquium präsentierten Karolina Kluczweska und Katja Freistein ein gemeinsam verfasstes Paper, das sich mit dem K-Drama in analytischer Perspektive zur Untersuchung von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in der koreanischen Gesellschaft auseinandersetzt. Ausgehend davon, dass Frauen in Südkorea bis zu 31,5 % weniger Lohn als Männer erhalten und in vielerlei Hinsicht gesellschaftlich benachteiligt sind, wird die Fiktion von Fernsehserien als Ausgangspunkt genommen, um die gesellschaftlichen Vorstellungen dazu zu rekonstruieren. Der im Titel genannte silberner Löffel ist dabei eine in Südkorea gebräuchliche Metapher für den jeweiligen Platz einer Person in der Gesellschaft. K-Drama-Serien eignen sich dazu in besonderer Weise, da sie zumeist von Frauen geschrieben werden und sich aus diesem spezifischen Kulturprodukt verschiedene Typen von Narrativen herausdestillieren lassen.
Die Fallauswahl der beiden umfasst insgesamt 40 Serien, die zwischen 2011 und 2021 produziert wurden. Sie stellten einige davon exemplarisch vor und trugen den Fellows sieben identifizierte Strategien vor, wie Frauen in diesen Serien der soziale Aufstieg gelingt: erstens durch harte Arbeit und Integrität, zweitens durch Ausbildung und Verbesserung ihrer Fähigkeiten, drittens Aussteigertum, wenn der Karriereweg zu belastend ist, viertens Autonomie anstatt sich auf Männer zu verlassen, fünftens weibliche Solidarität und Freundschaft, sechstens weibliche Rollenvorbilder und Netzwerke und siebtens Verbundenheit zu Männern. Diese Untersuchungsergebnisse sowie die Methodik und der Ansatz des Papers wurden umfassend von den Fellows diskutiert.



