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Workshop

Tradition über Grenzen hinweg: Translokale Diaspora-Netzwerke und Wege zu einem inklusiven Frieden

Der von den AIA Fellows Summar Iqbal Barbar und Ifedayo Grace Malachi organisierte Workshop adressiert eine wichtige Dimension des von der Akademie ausgesuchten Jahresthemas zu Translokalismus und sub-nationaler Diplomatie. Das Ziel dieses Workshops bestand darin, anhand konkreter Beispiele aus dem Globalen Norden und aus dem Globalen Süden ein klareres Verständnis für Kategorien wie Diaspora, Kulturerbe und Translokalität in ihrer Funktion als Friedensinfrastrukturen zu gewinnen. In der ersten Sektion setzten sich  Prof. Dr. Farhan H. Siddiqi, Prof. Dr Mujtaba A. Isani und Dr. Aliru Abiodun Adiatu mit den Leitkategorien Kulturerbe, Mobilität und Friedensarchitekturen auseinander. Im Anschluss daran stellten Summar Barbar und Ifedayo Malachi ihre Fallbeispiele des Kartarpur Korridors zwischen Indien und Pakistan sowie aus dem Tschadsee-Becken zur Diskussion. Der Tag schlossmit einem Ausblick von Prof. Dr. Jochen Hippler auf sein Buch über das Verhältnis von Islam, Identität und Staat in Pakistan, das er in diesen Tagen vollendet und das noch im laufenden Jahr erscheinen wird.

Am zweiten Workshop Tag diskutierte Prof. Dr. Zafar Nawaz Jaspal, Dekan der Quaid-i-Azam Universität in Islamabad, Pakistan mit Prof. Hippler über die Rolle von religiösen Akteuren in der Phase der Konflikttransformation. AIA Associate Fellow Dr. Inci Öykü Yener-Roderburg berichtete aus ihrer Forschung zu glaubensbasierten Akteuren der Diaspora und ging insbesondere darauf ein, wie diese eine Brücke zwischen humanitärer Hilfe und langfristiger Friedenssicherung schlagen können. In der letzten Session stand das komplexe Beziehungsverhältnis von Diaspora, Geschlechterfragen und Integration nach Konflikten im Mittelpunkt. Hierzu trugen Bayan Anouz zur syrischen Diaspora und Dr. Fatmeh Hippler zur afghanischen Diaspora vor. Am Ende des Workshops waren sich alle Teilnehmer einig, wie viel friedensstiftendes Potential in den Identitäten und Gemeinschaften der lokalen Diaspora liegt und dass es hierzu noch weiterer Forschung bedürfe.