AIA NRW, Katja Velmans
Jenseits der Entfremdung von den Ozeanen: Eine Neugestaltung der globalen Meerespolitik
Das vergangene Jahrzehnt war geprägt von einer historischen Neubewertung der Ozeane. Wie kann sich die globale Meerespolitik an die beispiellose Industrialisierung der Meere, die Klimakrise und die institutionelle Zersplitterung anpassen und gleichzeitig konkurrierende Prioritäten in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Umwelt berücksichtigen?
Energiesicherheit in der EU und strukturelle Veränderungen: Grönland und Schweden – kritische Rohstoffe
Die Maßnahmen der EU zur Bekämpfung der existenziellen Bedrohung durch den Klimawandel, zur Beschleunigung der Energiewende und zur Gewährleistung der Energiesicherheit stoßen unter Umständen auf heftigen Widerstand, der sich in den Begriffen „Not in my backyard“ oder „grüner Kolonialismus“ widerspiegelt. Dieses Projekt untersucht die politischen Auswirkungen dieser wichtigen politischen Maßnahmen. Anhand eines Vergleichs zwischen Schweden und Grönland wird untersucht, unter welchen Bedingungen die Umsetzung von EU-Maßnahmen Akzeptanz findet oder mit Widerstand und politischen Veränderungen einhergeht.
Regulierung von KI und Umwelt
Dieses Projekt befasst sich mit der dringenden Herausforderung, die globale KI-Regulierung mit den Zielen der ökologischen Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Angesichts der rasanten Verbreitung von KI-Technologien gibt deren ökologischer Fußabdruck Anlass zur Sorge. Dennoch sind die derzeitigen globalen Regulierungssysteme für KI und Umwelt nach wie vor fragmentiert. Dieses Projekt untersucht gangbare Wege für ein institutionelles Zusammenspiel zwischen KI-Regulierungsrahmen und internationalen Umweltregelwerken.
Ethische Technologiediplomatie in den deutsch-afrikanischen Beziehungen
Da künstliche Intelligenz (KI) zunehmend zum Eckpfeiler der globalen Entwicklung wird, muss dem ethischen Rahmen für ihren Einsatz – insbesondere auf Kontinenten mit einer sich erst entwickelnden technologischen Infrastruktur wie Afrika – dringend Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dieses Projekt zielt darauf ab, Deutschlands Führungsrolle bei der Förderung ethischer KI-Standards in Afrika zu untersuchen und dieses Bestreben in ein umfassenderes Modell der ethischen Technologiediplomatie einzuordnen.
Die Politik der „Erklärung über das Recht auf Entwicklung“
Mein Projekt untersucht die politischen und politökonomischen Implikationen eines zentralen internationalen Rahmens für Entwicklung und Menschenrechte: der Erklärung der Vereinten Nationen über das Recht auf Entwicklung (RtD) von 1986. In jüngerer Zeit wurde das Recht auf Entwicklung an die Agenda der Vereinten Nationen für die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) bis 2030 angepasst, die als zentraler Pfeiler für die „Umsetzung“ des Rechts auf Entwicklung konzipiert wurde. Ich untersuche das Recht auf Entwicklung im Zusammenhang mit (globaler) struktureller Ungerechtigkeit.
Wettbewerb um die Zukunft
Die technologische Rivalität zwischen den USA und China verändert die globale politische Ökonomie und die liberale Weltordnung. Dieses Projekt untersucht, wie Brasilien und Deutschland auf diesen Strukturwandel reagieren. Während Brasilien eine Neo-Industrialisierung anstrebt, um eine Rückverlagerung auf den Rohstoffsektor zu vermeiden, steht Deutschland innerhalb der EU vor Dilemmata hinsichtlich der strategischen Autonomie. Die Forschung untersucht, wie regionale Mächte unter zunehmenden geopolitischen Zwängen technologische Widerstandsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit anstreben.
Externe Entwicklungspartner und regionale Integration in Subsahara-Afrika: Eine Fallstudie zu den interregionalen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Afrikanischen Union
Dieses Forschungsprojekt analysiert die Dynamik der interregionalen Beziehungen zwischen der EU und der AU mit dem Ziel, die Chancen und Herausforderungen dieser Partnerschaft aufzuzeigen. Es untersucht, wie externe Entwicklungspartner zur Förderung der regionalen Integration in Afrika beitragen können, wobei gleichzeitig die Bedeutung der Eigenverantwortung und Führungsrolle Afrikas bei der Gestaltung des Entwicklungspfads des Kontinents berücksichtigt wird.
Eine vergleichende Analyse der internationalen Maßnahmen subnationaler Regierungen in Brasilien und Deutschland
Dieses Projekt untersucht, wie regionale Regierungen in Brasilien und Deutschland international agieren und warum ihre Maßnahmen für globale Debatten von Bedeutung sind. Es konzentriert sich auf zwei Schlüsselbereiche: die globale COVID-19-Pandemie und die Umweltdiplomatie. Die Studie untersucht, wie subnationale Akteure Partnerschaften aufbauen, Politik beeinflussen und ihre Präsenz über nationale Grenzen hinaus ausweiten, und hebt dabei die wachsende Bedeutung der subnationalen Diplomatie in den internationalen Beziehungen hervor.
Geopolitische Neuorientierungen in Zentralasien
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben sich die zentralasiatischen Staaten weitgehend an Russland orientiert und es als Bezugspunkt in der Außen- und Innenpolitik betrachtet. Russland wurde sogar der Status eines „strategischen Partners“ zuerkannt. Dies änderte sich schlagartig mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022, was zentralasiatische Entscheidungsträger, Unternehmen und die Zivilgesellschaft dazu veranlasste, sich nach neuen, verlässlicheren Partnern in Asien, Europa und dem Nahen Osten umzusehen. Unter dem Blickwinkel der kritischen Geopolitik analysiert mein Projekt die neuen „strategischen“ Partnerschaften, die in der Region entstehen. Es untersucht die Akteure und Rationalitäten der laufenden geopolitischen Neuausrichtung sowie die formellen und informellen Praktiken, die diesen Prozess kennzeichnen.
Subnationale Soft Power: Politik, Strategie und Messung
Dieses Fellowship-Programm wird die Dynamik der Soft Power auf verschiedenen Regierungsebenen untersuchen, von nationalen Rahmenbedingungen über regionale Zusammenarbeit bis hin zur städtischen Kulturdiplomatie. Die Forschung baut auf einer kürzlich für den British Council abgeschlossenen Vergleichsstudie zu den Soft-Power-Strategien, Infrastrukturen und Ergebnissen von 24 Ländern und der Europäischen Union auf und entwickelt innovative methodische Ansätze zur Messung und zum Vergleich der Wirksamkeit von Soft Power in verschiedenen Regierungskontexten.
Europäische Hauptstadt der Demokratie
Demokratisch, intelligent, widerstandsfähig: Städte spielen eine entscheidende Rolle für die SDGs der Vereinten Nationen. Vom antiken Athen bis zum Florenz der Renaissance und Frankfurt waren Städte die Brutstätten der Demokratie. Und heute, da die nationalen Regierungen die Erwartungen der Menschen nicht zu erfüllen scheinen, was zu einer Flut autoritärer Stimmungen führt, erweisen sich die Städte erneut als Hochburgen für den Schutz der Demokratie. Auf der Grundlage der Initiative „Europäische Hauptstadt der Demokratie“ konzentriert sich das Projekt auf die städtische Diplomatie zur Gestaltung einer demokratischen Zukunft.
Solidarischer transnationaler Lokalismus
Soziale Spannungen und ökologische Belastungen nehmen heute gleichzeitig zu. Eine zunehmende soziale Integration scheint von einem beschleunigten Wirtschaftswachstum abzuhängen, und ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum scheint ökologische Krisen zu beschleunigen. Dieses Problem ist global, mit unterschiedlichen lokalen Ausprägungen; dennoch versagen heute die internationalen institutionellen Voraussetzungen für koordinierte Reaktionen offensichtlich. Sein Projekt untersucht transnationale Solidaritätsnetzwerke, die praktikable Alternativen aufzeigen.