Die Emile-Durkheim-Forschungsstelle der Universität Bonn und das German Institute for Development and Sustainability (IDOS) organisierten am 12. Und 13. Juni eine interdisziplinäre Konferenz mit dem Titel „Climate Change as a Crisis of Nature?“. Der Zeitpunkt der Veranstaltung ist bewusst gewählt, da aktuell wieder die Beratungen zur Vorbereitung der Weltklimakonferenz in Bonn laufen. Die Tagung widmete sich der Frage, inwiefern der Klimawandel nicht nur als ökologische Herausforderung, sondern als umfassende gesellschaftliche, kulturelle, ökonomische, politische und rechtliche Krise verstanden werden kann. Unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven sollten zusammengeführt und vielfältigen Deutung sowie Regulierungsansätze im Umgang mit den tiefgreifenden Veränderungen der Natur kritisch reflektiert werden.
Die AIA Fellows Anthony Acuqah, Aliru Abiodun Adiatu, Zarina Burkadze, Filipe Mendonca, Debora Prado und Ramya Vijaya nahmen in Begleitung von Manuel Becker von der Akademie an der Veranstaltung teil. Es war eine wunderbare Gelegenheit, um die alle betreffenden drängenden Themen zu diskutieren und auch die Netzwerke in der Bonner Wissenschaftslandschaft zu knüpfen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Erkenntnis, dass der Klimawandel weit über eine bloße Umweltveränderung hinausgeht. Die Teilnehmenden untersuchten, wie verschiedene Wissensordnungen, Governance-Strukturen, wirtschaftliche Mechanismen und normative Vorstellungen die Wahrnehmung und Regulierung natürlicher Transformationsprozesse prägen. Dabei wurde deutlich, dass die Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Natur eng mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen, kulturellen Deutungsmustern und politischen Entscheidungsprozessen verknüpft ist. Insgesamt machte die Veranstaltung deutlich, dass die Bewältigung des Klimawandels nicht allein technische oder naturwissenschaftliche Lösungen erfordert. Vielmehr bedarf es einer umfassenden Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen, kulturellen und normativen Grundlagen unseres Verständnisses von Natur, Verantwortung und globaler Zusammenarbeit.