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Podiumsdiskussion

Die USA vor den Midterm Elections. Amerika unter Druck – Europa unter Zugzwang?

Tobias Endler, Amerikanist und Autor und Hendrik Ohnesorge, Geschäftsführer des Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) der Universität Bonn, diskutierten über die politische Entwicklung der USA und deren Folgen für Deutschland und Europa. Moderiert wurde die Veranstaltung von AIA-Direktorin Mayssoun Zein Al Din.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie stark die innenpolitischen Spannungen in den Vereinigten Staaten das transatlantische Verhältnis beeinflussen. Ausgangspunkt der Diskussion war die bevorstehende Zwischenwahl zum US-Kongress. Die Midterm Elections wurden dabei nicht allein als innenpolitischer Stimmungstest betrachtet, sondern als Ausdruck einer tieferliegenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Polarisierung, gesellschaftliche Konflikte und der zunehmende Kampf um politische Deutungshoheit prägen die Vereinigten Staaten und stellen das politische System vor erhebliche Herausforderungen. Es wurde erörtert, inwieweit der innenpolitische Druck in den USA Auswirkungen auf die Außenpolitik und damit auch auf Europa hat. Gerade Deutschland steht dabei vor der Herausforderung, die enge Partnerschaft mit den USA zu erhalten und zugleich stärker auf eigene Handlungsmöglichkeiten zu setzen. Im Rahmen der Diskussion stellte Tobias Endler auch sein neues Buch „USA. Der neue Feind. Trump war erst der Anfang“ vor. Der Titel verweist bereits auf die zentrale These, dass die politischen Spannungen in den Vereinigten Staaten nicht allein mit der Präsidentschaft Donald Trumps erklärt werden können. Vielmehr geht es um längerfristige gesellschaftliche und politische Entwicklungen, die über einzelne Wahlperioden und Präsidenten hinausreichen.

Im Gespräch wurde damit auch die Frage aufgeworfen, wie Europa auf ein zunehmend unberechenbares politisches Umfeld reagieren kann. Statt dauerhaft im Krisen- und Reaktionsmodus zu verharren, müsse Europa seine eigenen Interessen, Fähigkeiten und strategischen Optionen stärker in den Blick nehmen. Die Veranstaltung bot damit nicht nur eine Analyse der amerikanischen Innenpolitik, sondern richtete den Blick zugleich auf die Zukunft der transatlantischen Beziehungen und die Rolle Europas in einer sich verändernden internationalen Ordnung.