Am 15. September, dem Internationalen Tag der Demokratie, fand unter dem Titel „Comprehensive Security: Strategien für Resilienz in Demokratien. Deutschland und die Schweiz im Vergleich“ eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Livia Leu, Botschafterin der Schweiz in Deutschland, und Sebastian Hartmann, Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung unter der Moderation von AIA NRW Direktorin Mayssoun Zein Al Din statt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Demokratien angesichts zunehmender sicherheitspolitischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Risiken widerstandsfähiger werden können. Dabei wurde deutlich, dass Sicherheit heute weit über die klassische militärische Verteidigung hinausgeht. Neben leistungsfähigen Streitkräften spielen auch der Schutz kritischer Infrastrukturen, stabile staatliche Institutionen, technologische und wirtschaftliche Souveränität sowie nicht zuletzt der gesellschaftliche Zusammenhalt eine entscheidende Rolle. Das Konzept der „Comprehensive Security“ verbindet diese verschiedenen Bereiche und versteht Sicherheit als gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die vergleichende Perspektive zwischen Deutschland und der Schweiz und was beide wechselseitig voneinander lernen können. Ein offensichtlicher Unterschied besteht darin, dass die Schweiz traditionell eine Neutralitätspolitik verfolgt und daher keinem Militärbündnis wie der NATO beigetreten ist. Deutschland dagegen ist fest in internationale Bündnisse wie NATO und EU eingebunden und verpflichtet sich zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung. Gleichzeitig teilen beide Länder dasselbe Wertefundament.
Die Schweiz hat bereits seit geraumer Zeit einen umfassenden Ansatz in ihrer Sicherheitspolitik verankert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit im europäischen Kontext. Angesichts der sich verändernden Bedrohungslage stehen die europäischen Staaten vor der Herausforderung, ihre sicherheitspolitischen Strategien weiterzuentwickeln und zugleich voneinander zu lernen. Diskutiert wurde, wie sich Verteidigungsfähigkeit, zivile Resilienz und internationale Kooperation wirksam miteinander verbinden lassen und welche Voraussetzungen Europa benötigt, um seine Sicherheit langfristig eigenständig gewährleisten zu können. Die Veranstaltung machte nachdrücklich deutlich, dass nachhaltige Sicherheit ein ganzheitliches Vorgehen erfordert. Nur durch das Zusammenspiel staatlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure sowie durch eine enge europäische Zusammenarbeit können Demokratien ihre Resilienz stärken



