Débora Prado vergleicht die Klimapolitik und die Paradiplomatie in Brasilien und Deutschland und argumentiert, dass das institutionalisierte föderale System Deutschlands eine stärkere Koordination zwischen nationaler und subnationaler Ebene ermöglicht. Im Gegensatz dazu behält die brasilianische Bundesregierung das Monopol über die Außenpolitik, sodass Bundesstaaten und Städte internationale Klimaschutzmaßnahmen über informelle, oft unkoordinierte Vereinbarungen verfolgen müssen. Dies führt zu politischer Instabilität, insbesondere in Zeiten des politischen Wandels, und schwächt die langfristige Klimapolitik.
Prado hebt die Bedeutung von Städtenetzwerken und internationalen Partnerschaften – wie der GIZ, ICLEI, dem Amazonas-Fonds und der deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff – für die Unterstützung von Anpassung, Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung hervor. Sie betont jedoch, dass diese Initiativen einen starken föderalen Rahmen nicht ersetzen können. Jüngste Reformen, darunter der brasilianische Föderationsrat und die Aufnahme des Klimaföderalismus in den Nationalen Klimaplan, sind vielversprechend, bleiben jedoch politisch anfällig. Prado kommt zu dem Schluss, dass eine tiefgreifendere Institutionalisierung und die fortgesetzte Zusammenarbeit mit Deutschland für eine wirksame und widerstandsfähige Klimapolitik in Brasilien unerlässlich sind.