Discussion Paper
Ifedayo Grace Malachi
Summar Iqbal Babar
Tradition, State, and Justice: Rethinking Statehood through Hybrid Governance in Nigeria and Pakistan
Die hybride Regierungsführung in Nigeria und Pakistan hat sich nicht nur als Erbe der kolonialen Staatsbildung fortgesetzt, sondern hat sich auch zu einem komplexen System der geteilten Autorität zwischen staatlichen Institutionen und traditionellen, religiösen und kommunalen Akteuren entwickelt. Diese Entwicklung spiegelt einen qualitativen Wandel hin zu einer Regierungsführung wider, bei der Emire, Obas, Bürgerwehren und Jirgas angesichts schwacher staatlicher Kapazitäten eine zentrale Rolle bei der Gewährleistung von Gerechtigkeit und Sicherheit spielen. Diese Systeme bringen jedoch auch neue Risiken, fragmentierte Anerkennung, unterentwickelte Rechenschaftspflicht und den Ausschluss marginalisierter Gruppen mit sich, was zur Bildung von Parallelsouveränitäten führt und die Fragilität des Staates verschärft. Um effektiv auf diese Realität zu reagieren, müssen politische Entscheidungsträger eine dreiteilige Strategie verfolgen: Institutionalisierung zur Harmonisierung hybrider Institutionen innerhalb formeller Systeme; Inklusion zur Ausweitung der Teilhabe von Frauen und Jugendlichen; und Rechenschaftspflicht zur Angleichung der lokalen Legitimität an den Schutz von Rechten. Nur durch Reformen statt durch die Beseitigung von Hybridität können pluralistische Gesellschaften diese in eine Grundlage für Stabilität, Legitimität und inklusive Staatlichkeit verwandeln.