Entwicklung der Themenverflechtungen und Auswirkungen auf die Zusammenarbeit
Gemeinsam mit dem IDOS organisierte die Akademie mit ihren Fellows Cécile Pelaudeix und Christian Bueger einen Workshop zu den wachsenden geopolitischen Spannungen in der Arktis und ihrer geostrategischen Bedeutung für die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts. Auf dem ersten von Cécile Pelaudeix moderierten Panel gab AIA Fellow Christian Bueger zunächst einen Überblick über verschiedene Diskurse und Framings, wie der Ozean seit den 2000er Jahren weltpolitisch diskutiert wird und ging dabei auch auf aktuelle Herausforderungen ein.
Im Anschluss daran identifizierte Lise Wiederholt Christensen von der Universität Kopenhagen verschiedene Diskursmuster, wie die NATO und die Arktis adressiert werden. Dabei betonte sie insbesondere die Rolle der USA in der jüngeren Vergangenheit, die sich weniger als Partner, denn vielmehr als Großmacht im Wettbewerb mit China und den USA aufführten. Daran schloss Charlotte Gehrke unmittelbar mit ihren Ausführungen zur Rolle der Trump Administration an und stellte seine wichtigsten Berater mit Blick auf die Arktis vor. Christoph Humrich von der Universität Groningen stellte die Sicherheitsarchitektur in der Arktis vor und wies darauf hin, dass es sich um kein kohärentes System handele, sondern dass man mindestens sechs verschiedene Subregionen unterscheiden kann.
Im Anschluss rückte die zweite Sektion, die von Charlotte Gehrke moderiert wurde, die Bedeutung kritischer Rohstoffe in den Mittelpunkt. Cécile Pelaudeix gab einen Überblick über kritische Rohstoffe und ihre Schlüsselrolle für die grüne und digitale Transformation. Mariel Kieval vom Artic Institute in Finnland reflektierte die grüne Versicherheitlichung in Grönland und hob die Bedeutung der Selbstbestimmung für die Identität der indigenen Völker hervor. Markus Kröger von der Universität Helsinki referierte zur rechtlichen und politischen Situation in Finnland mit Blick auf die Arktis. Zum Abschluss ging es im dritten, von Christian Bueger moderierten Panel um lokale Perspektiven auf die sicherheits- und umweltpolitische Kooperation in der Arktis. Annegret Kuhn vom Center for Ocean and Society berichtete aus ihrer Feldforschung in Grönland, Dorothee Wehrmann ergänzte aus ihrer mehrjährigen Forschung zu urbaner Entwicklung in der europäischen Arktis. Svenja Holste von der Universität Bielefeld brachte interessante Perspektiven aus ihrer Feldforschung in Kanada ein und Nadezhda Filimonova vom Arctic Center der Universität Lapland rundete das Panel mit einem generellen Überblick über die Literatur und den Forschungsstand zum Thema ab.