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Podiumsdiskussion

Können wir uns selbst verteidigen? Europa zwischen Washington, Moskau und Peking

Wie verteidigungsfähig ist Europa angesichts wachsender geopolitischer Spannungen, und welche Rolle können Deutschland und Frankreich bei der Stärkung der europäischen Sicherheit spielen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des deutsch-französischen strategischen Dialogs „Können wir uns selbst verteidigen? Europa zwischen Washington, Moskau und Peking“, den die Akademie in Kooperation mit dem Institut francais, dem CASSIS der Uni Bonn, dem CERC der Uni Bonn und der Bonner Akademie für Forschung und Lehre Praktischer Politik (BAPP) organisierte.

Vor dem Hintergrund der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump und der zunehmenden Belastungen des transatlantischen Verhältnisses ging es um die Herausforderungen europäischer Verteidigungsfähigkeit. Dabei standen insbesondere die Bedrohung durch Russland, die anhaltende Unterstützung der Ukraine sowie neue Gefahren durch Drohnen, Cyberangriffe und technologische Abhängigkeiten im Fokus. Auch die wirtschaftliche Konkurrenz zwischen den Großmächten und die strategische Bedeutung internationaler Handelswege verdeutlichten die Vielschichtigkeit der europäischen Sicherheitslage. Es diskutierten Frédéric Charillon (Université Paris Cité), Delphine Deschaux-Dutard (Université Grenoble Alpes), Ulrich Schlie (Uni Bonn) sowie Una Aleksandra Bērziņa-Čerenkova vom Latvian Institute of International Affairs, die vor Jahren die erste Fellow der Akademie war. Im Zentrum des Austauschs standen die Möglichkeiten und Grenzen strategischer Autonomie Europas. Dabei ging es um die Frage, wie europäische Staaten ihre militärischen Fähigkeiten ausbauen, technologische Abhängigkeiten reduzieren und ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit vertiefen können. Zugleich wurden politische Differenzen zwischen den europäischen Partnern und die Herausforderungen einer gemeinsamen strategischen Ausrichtung thematisiert. Es wurde herausgearbeitet, dass eine größere Eigenständigkeit Europas nicht zwangsläufig einen Bruch mit den USA voraussetzen muss, sondern vor allem belastbare Partnerschaften, gemeinsame politische Ziele und konkrete Fähigkeiten erfordert.