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Fellow Kolloquium

Kritische Rohstoffe und der EU Critical Raw Materials Act

Cécile Pelaudeix‘ Vortrag im AIA Colloquium behandelte die gewachsene Bedeutung kritischer Rohstoffe für die Europäische Union sowie die politischen Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Aufgrund geopolitischer Veränderungen, der Energiewende und des steigenden Bedarfs an Technologien wächst die Nachfrage nach Rohstoffen wie Lithium, Kupfer, Nickel, Kobalt, Graphit und Seltenen Erden stark an. Diese sind unverzichtbar für die grüne Transformation, die Elektronikindustrie und den Verteidigungssektor. Da die EU bei vielen dieser Rohstoffe nahezu vollständig von Importen abhängig ist, bestehen erhebliche Risiken durch Markt- und Lieferkonzentrationen sowie mögliche Exportbeschränkungen. Zur Sicherung der Rohstoffversorgung verabschiedete die EU 2024 den Critical Raw Materials Act (CRMA). Bis 2030 sollen 10 % der kritischen Rohstoffe innerhalb der EU gefördert, 40 % verarbeitet und 25 % recycelt werden. Zudem wurden zahlreiche strategische Projekte und internationale Partnerschaften, unter anderem mit Kanada, Grönland und der Demokratischen Republik Kongo, initiiert. Cécile Pelaudeix sieht darin einen Wandel hin zu einer stärker geostrategisch ausgerichteten Rohstoffpolitik. Gleichzeitig betonte sie, dass die gesellschaftliche Akzeptanz neuer Bergbauprojekte entscheidend für den Erfolg des Gesetzes ist.

In ihrem Projekt vergleicht sie die politischen Auswirkungen des CRMA in Grönland und Schweden. Ziel der Untersuchung ist es, zu analysieren, ob die Umsetzung des Gesetzes politische Polarisierung, populistische Bewegungen oder Konflikte mit indigenen Bevölkerungsgruppen fördert. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass in Grönland keine starke Polarisierung mit Blick auf das Thema Bergbau festzustellen ist. Während die Thematik bei der Wahl 2021 umfassend diskutiert wurde, herrscht inzwischen weitgehend Einigkeit über dessen wirtschaftliche Bedeutung. Hinweise auf ein demokratisches Defizit oder eine systematische Ablehnung durch die indigene Bevölkerung fanden sich bislang nicht. In Schweden wird der CRMA von der Regierung unterstützt, jedoch bestehen Konflikte hinsichtlich der Rechte der indigenen Sámi sowie regionaler Interessengegensätze zwischen Nord- und Südschweden. Cécile Pelaudeix schloss mit der Feststellung, dass die Sicherung kritischer Rohstoffe für die EU unverzichtbar sei, ihr Erfolg jedoch wesentlich von gesellschaftlicher Akzeptanz, einer gerechten Beteiligung der betroffenen Bevölkerung und dem Schutz indigener Rechte abhängt.