Discussion Paper
Stuart MacDonald
Strategic Coherence and Distributed Influence
Dieses Paper leistet einen Beitrag zur Überprüfung der Gemeinsamen Mitteilung der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2016 über internationale Kulturbeziehungen. Auf der Grundlage einer vergleichenden Studie zur Soft-Power-Governance in 25 Ländern (British Council, 2026), die einen Rahmen aus „Assets-Infrastructure-Outcomes“ anwendet, sowie eines im März 2026 in Brüssel abgehaltenen Workshops für Praktiker und Wissenschaftler wird argumentiert, dass die Überprüfung eine grundlegendere Neubewertung erfordert, als eine institutionelle Aktualisierung bieten würde. Das Paper entwickelt hierzu vier Argumente: dass die Koordinierung auf EU-Ebene über den Kulturbereich hinaus auf Bildung, Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit ausgeweitet werden sollte, und zwar durch strategische Ausrichtung statt struktureller Vereinheitlichung; dass die aktualisierte Mitteilung als echte Strategie mit verbindlichen Verpflichtungen, einer eigenen Haushaltslinie und einem Rahmen für die Rechenschaftspflicht vorliegen sollte; dass europäische Regionen mit echten Ressourcen als aktive Mitwirkende an der Soft Power der EU anerkannt werden sollten; und dass Glaubwürdigkeit, die auf Authentizität und Gegenseitigkeit beruht, die Variable ist, die wirksame von unwirksamen Systemen am konsequentesten unterscheidet. Unter Anwendung eines Bewertungsrahmens mit fünf Kriterien kommt der Beitrag zu dem Schluss, dass die Herausforderung der EU im Bereich der Soft Power im Grunde ein strategisches Umwandlungsproblem ist: Sie verfügt über bedeutende Stärken in den Bereichen Bildung, Forschung, Kultur, Entwicklungsfinanzierung und regionale Netzwerke, aber es fehlt ihr an den Mechanismen, um diese in vertrauensvolle Beziehungen in den Regionen umzuwandeln, in denen ihre Interessen am unmittelbarsten in Frage gestellt werden.